Das Immunsystem durch die ayurvedische Brille

Kurzfristige Boosts waren Gestern – Heute zählt eine nachhaltige Immunstärkung im Alltag

Aus ayurvedischer Sicht ist ein gutes Immunsystem die logische Folge gesunder Ernährung und Verdauung. Gesund ist aber nur das, was zur individuellen Konstitution, Lebenssituation und Stoffwechsellage passt - und nicht, was irgendwer für gesund erachtet. Blutuntersuchungen können zusätzlich wertvolle Hinweise geben, welche Nährstoffe und Mikronährstoffe für eine gute Immunfunktion ergänzt werden sollten.

Gesunde Ernährung ist individuell

Gesundheit heißt auf Sanskrit SWASTHA. SVA bedeutet SELBST und STHA bedeutet VERWEILEN. Frei übersetzt ist ayurvedische Gesundheit also ein Verweilen in der ureigenen Konstitution. Ernähren wir uns dazu unpassend, können wir unsere Nahrung nicht mehr adäquat  verstoffwechseln, was folgende Probleme herbeiführt:

  • Halbverdaute Stoffwechselzwischenprodukte (Ama) mit der Neigung zu chronischen Entzündungen

  • Ein unzulänglicher Gewebeaufbau (Dhatukshaya) mit Symptomen wie Änamie oder häufigen Knochenbrüchen

  • Abnormes Gewebewachstum (Dhatuvriddhi) mit der Neigung zur Bildung von Tumoren

  • Verminderte Bildung von Ojas (Ojokshaya) mit Immunschwäche

Immunität bedeutet Transformation

Wer Nahrung und Erlebtes mithilfe eines gesunden inneren Feuers (Agni) gesund in Körpereigenes umwandelt, erhält als Belohnung ein “Sahnehäubchen” namens Ojas. Ojas ist unsere Vitalessenz, unsere Superpower, um gut mit Stress und akuten Krankheiten umgehen zu können. Mit ausreichend Ojas empfinden wir innere Zufriedenheit und körperliches Wohlbefinden.

Wie ist ojas wissenschaftlich definiert?

Während die moderne Wissenschaft davon ausgeht, dass eine Überaktivität unseres Immunsystems Schaden anrichtet, kann man aus ayurvedischer Sicht niemals zu viel sondern nur zu wenig Ojas haben. Chronische Entzündungen, Allergien und Autoimmunerkrankungen entstehen daher nur, wenn wir einen Mangel an Ojas und daher ein zu schwaches Immunsystem haben.

Wissenschaftlich gesehen können wir Ojas mit folgenden physiologischen Funktionen in Verbindung setzen:

  • Gute Immunregulation (guter Aufbau von Immunzellen, Immungewebe und immunologischen Funktionen)

  • Dominanz des parasympathischen Nervensystems (notwendig für Entspannung und gute Verdauung)

  • Balance im Hormonsystem

  • Guter Zellstoffwechsel  (gute Energieproduktion in den Mitochondrien der Zellen)

  • Dominanz des anabolen (aufbauenden) gegenüber dem katabolen (abbauenden) Stoffwechsel ➝ gesundes Wachstum

Was Dein Immunsystem stärkt & schwächt

Ojas vermehrt sich durch tiefen Schlaf, einen guten Stoffwechsel, gesunde Nahrung, Zufriedenheit, Mitgefühl, Dankbarkeit, stabile Beziehungen, Sinnhaftigkeit, Aufenthalt in der Natur und spirituelle Praxis.

Ständige Angst, chronischer Stress, Wut, übermäßig viel Sex, dauernde Reizüberflutung, Schlafmangel, Unterernährung, Kaffee, Alkohol, scharfe Gewürze, trockene Nahrung, starker Fleischkonsum oder leistungsorientiertes Handeln wirken dagegen kontraproduktiv auf die Ojasbildung.

Statt Infusionen, Impfungen und irrwitzigem Biohacking empfiehlt Ayurveda einen regelmäßigen und gesunden Lebensstil sowie das Stärkungsmittel Amlamus.

8 Tipps mit denen Du Jetzt loslegen kannst

Statt Infusionen, Impfungen und irrwitzigem Biohacking empfiehlt Ayurveda einen regelmäßigen und gesunden Lebensstil sowie das Stärkungsmittel Amlamus.

1) Mache regelmäßig Yoga mit einer regelmäßigen, erdenden Praxis. Langsame, fließende Bewegungen, gleichmäßige Atmung und ausreichend Nachruhzeit hilft Ojas aufzubauen. Achte dabei auf Dein Wohlbefinden und nicht auf Leistung.

2) Übe Pranayama im Stress - Eine Gehmeditation zwischendurch mit langer tiefer Bauchatmung für 5 Minuten baut Stress ab und erfrischt den Geist.

3) Arbeite an Deinem Seelenfrieden mit dem Gelassenheitsgebet:  Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

4) Behandle Schlafstörungen - Eine regelmäßige Abendroutine mit Kerzenlicht, ruhiger Musik oder Meditation vor dem Schlafengehen können hier helfen. Gehe das Problem auf unterschiedlichen Ebenen an.

5) Ernähre Dich immunstärkend. Achte dafür auf eine konstitutionsgerechte,  warme, gekochte Nahrung und auf regelmäßige Essenszeiten mit mindestens 4 Stunden Pause dazwischen.

6) Verwende Ojas fördernde Nahrungsmittel wie eingeweichte Rosinen und geschälte Mandeln, Basmatireis, Haferbrei, mild gewürzten Mung-Dhal-Brei (aus geschälten halbierten grünen Mungbohnen zubereitet mit Ghee, rosa Steinsalz, Ingwer, Fenchelsamen und Kreuzkümmel), biologische warme Kuhmilch mit Safran und Kardamom, Ghee, Mango, süßen Granatapfel und Amlamus (Chywanprash).

7) Nimm die Nase als Tor zur Gesundheit  - Probiere zur Infektprophylaxe die morgendliche Nasenölung. Massiere dafür 1-2 Tropfen warmes Sesamöl in jedes Nasenloch ein.

8) Nutze hochwertiges ätherisches Zitronenöl im Diffuser oder als Aromaspray zur Anregung des Immunsystems, zur Entzündungshemmung und Stimmungsaufhellung.

Du hast Lust, Dein Jahr gesund starten zu lassen?

Das ist immer noch möglich, auch wenn Du bisher eher im trägen Winterschlafmodus warst. Dieser sollte jetzt durch eine passende Gesundheitssorge beendet werden.

Gerne helfe ich Dir mit einer umfassenden, individuellen, saisonalen und auch krankheitsspezifischen Ayurvedaberatung. Du kannst Deine Termine auch online als Videosprechstunde buchen.


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