Das Immunsystem durch die ayurvedische Brille

Ein stabiles Immunsystem ist eng mit gesunder Ernährung und guter Verdauung verknüpft, denn 80 Prozent unseres Immunsystems befindet sich im Darm bzw. in der Darmschleimhaut.

Eine Verbesserung unseres Immunsystems soll entsprechend neuester wissenschaftlicher Forschung vor allem durch das Essen fermentierter Lebensmittel, durch Lactobacillen und ballaststoffreiche Nahrung wie Vollkornbrot, Hafer, Kichererbsen oder Chiasamen erreicht werden.

Was ist aber nun, wenn wir diese Lebensmittel überhaupt nicht vertragen? Ist das dann immer noch gut? Ayurveda sagt: Nein.

Iss nur das, was Du verdauen kannst

Nahrungsmittel müssen zur individuellen Konstitution, Lebenssituation und Stoffwechsellage passen, um unser Immunsystem nachhaltig stärken zu können. 

Sind die Speisen zu roh, sauer, trocken oder kalt, machen uns auch die “gesündesten” Lebensmittel krank, da sie nicht richtig aufgespalten werden und die Verdauung belasten. 

Immunstärkende Speisen müssen laut Ayurveda so zubereitet und zu solchen Zeiten gegessen werden, dass wir sie individuell gut verdauen können. Bei schwacher Stoffwechselkraft werden verdauungsanregende Gewürze zur Stärkung empfohlen.

Blutuntersuchungen können wertvolle Hinweise geben, welche Mikronährstoffe für eine gute Immunfunktion ergänzt werden sollten.

Unpassende Ernährung macht krank

Swastha (sva=Selbst, stha=verweilen) ist der ayurvedische Begriff für Gesundheit. Frei und vereinfacht übersetzt bedeutet das: Verbinde Dich mit Deinem höheren Selbst und verweile in Deiner Konstitution, indem Du ihr Beachtung schenkst und Deinen Stoffwechsel balancierst.

Eine völlig unpassende Ernährung und Lebensweise führt auf Dauer zu chronischen Entzündungen, schwachen Körpergeweben (z.B. mit Knochenbrüchen oder Blutarmut) sowie zu einer verminderten Immunfunktion mit Allergien und Infektenneigung.

Immunität bedeutet Transformation

Wer Nahrung mithilfe eines starken Stoffwechsels in gesunde Gewebe umwandelt, erhält als Belohnung ein “Sahnehäubchen” namens Ojas. Das ist unsere Vitalessenz, unsere Superpower, um gut mit Stress und akuten Krankheiten umgehen zu können. Mit ausreichend Ojas empfinden wir innere Zufriedenheit und körperliches Wohlbefinden.

Wie ist ojas wissenschaftlich definiert?

Während die moderne Wissenschaft davon ausgeht, dass eine Überaktivität unseres Immunsystems Schaden anrichtet, kann man aus ayurvedischer Sicht niemals zu viel sondern nur zu wenig Ojas haben. Chronische Entzündungen und Allergien entstehen daher nur, wenn wir einen Mangel an Ojas und daher ein zu schwaches Immunsystem haben.

Wissenschaftlich gesehen können wir Ojas mit guten immunologischen Funktionen, Dominanz des parasympathischen Nervensystems, Hormonbalance, einem aktivem Zellstoffwechsel und gesundem Wachstum in Verbindung setzen.

Was Dein Immunsystem stärkt & schwächt

Ojas vermehrt sich durch tiefen Schlaf, einen guten Stoffwechsel, passende Nahrung, Zufriedenheit, Mitgefühl, Dankbarkeit, stabile Beziehungen, Sinnhaftigkeit, Aufenthalt in der Natur und spirituelle Praxis.

Ständige Angst, chronischer Stress, Reizüberflutung, Schlafmangel, Unterernährung, viel Kaffee & Alkohol sowie eine zu scharfe, trockene, unregelmäßige und sehr fleischlastige Ernährung wirken dagegen kontraproduktiv auf die Ojasbildung.

6 Tipps mit denen Du Jetzt loslegen kannst

Für ein gesundes Immunsystem empfehle ich einen regelmäßigen, gesunden sowie individuell passenden Lebensstil, der Dich stärkt und vitalisiert.

  1. Bewege Dich regelmäßig an der frischen Luft oder mache  entpannt Yoga. Achte dabei auf Dein Wohlbefinden und nicht auf Leistung.

  2. Übe Dich in Gelassenheit, um Dinge hinzunehmen, die Du nicht ändern kann und fasse den Mut, Dinge zu ändern, die Du ändern kannst. Und: Lerne das eine vom anderen zu unterscheiden (Gelassenheitsgebet).

  3. Behandle Schlafstörungen mit einer regelmäßigen Abendroutine, die eine schlaffördernde Kräutermilch, eine leichte vegetarische Abendmahlzeit und eine Meditation vor dem Schlafengehen beinhalten kann.

  4. Ernähre Dich immunstärkend mit konstitutionsgerechter,  warmer Nahrung und baue eingeweichte Rosinen, geschälte Mandeln, weißen Basmatireis, warmen Haferbrei, milden Mung-Dhal-Brei, Ghee, Fenchelsamen, biologische warme Kuhmilch und Amlamus (Chywanprash) bzw. Amlatabletten (Sportlerrasayana®) in Deine Ernährung ein.

  5. Kümmere Dich um Deinen Stoffwechsel: Lasse ausreichend Pausen zwischen den Mahlzeiten, iss mittags etwas Warmes und abends nichts Schweres. Verwende Kreuzkümmel, trinke Fenchel-, Kardamom-, Zimt- oder Ingwertee oder nimm das Gewürzpräparat Digest spezial® für eine bessere Verdauung ein.

  6. Nimm die Nase als Tor zum Geist und massiere morgens 1-2 Tropfen warmes Sesamöl in jedes Nasenloch und ziehe es hoch. Nutze hochwertiges ätherisches Zitronenöl im Diffuser oder als Aromaspray. Beides stärkt das Immunsystem und hellt die Stimmung auf.

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